Makula­degeneration
Makuladengeneration

Makuladegeneration

Unter dem Begriff Makuladegeneration wird eine Gruppe von Erkrankungen des menschlichen Auges zusammengefasst, die den „gelben Fleck“, ein bestimmtes Areal der Netzhaut, betreffen und mit einem allmählichen Funktionsverlust des dort befindlichen Gewebes einhergeht. Bei fortschreitender Krankheit wird durch Absterben von Netzhautzellen die Sehfähigkeit im zentralen Gesichtsfeld beeinträchtigt. Die Folgen sind Abnahme der Sehschärfe und damit der Lesefähigkeit sowie des Kontrastempfindens, Farbensehens und der Anpassungsfähigkeit an veränderte Lichtverhältnisse (Adaption). Der Begriff Makuladegeneration bezeichnet im Allgemeinen einen degenerativen Prozess im Bereich der Makula (Makula Lutea). Innerhalb der Makula Lutea befindet sich die Foveola centralis. Sie befindet sich an der Stelle im menschlichen Auge, an welcher man am schärfsten sieht. Aus diesem Grund hat eine degenerative Erkrankung in diesem Bereich eine Verschlechterung des Sehvermögens zur Folge.

Was passiert bei einer Makuladegeneration?

Die Netzhaut besteht aus mehreren Schichten. Die äußerste Schicht ist die Aderhaut. Darunter befindet sich eine Trägerschicht (Bruchsche Membran). Sie ist der Träger vieler Zellen, die für den Netzhautstoffwechsel zuständig sind. Gleich unter der Bruchsche Membran liegen die Sehzellen. Die Trägerschicht, die im Laufe der Zeit immer dichter wird, befindet sich also genau zwischen Aderschicht und den Sehzellen. Dieser Vorgang ist auch bekannt unter dem Namen Altersdegeneration. Wird die Bruchsche Membran aber so stark und dicht, dass die Nährstoffe der Aderhaut nicht mehr zu den Stoffwechsel-Zellen durchdringen, können diese auch nichts an die Sehnzellen weitergeben. Aus diesem Grund sterben entweder die Seh-, oder Pigmentzellen ab, was zu einem schlechteren Sehvermögen führt.

Trockene und feuchte Makuladegeneration

Der oben beschriebene Prozess ist bei beiden Krankheitsbildern zu beobachten. Die feuchte Makuladegeneration ist eine Folge der “trockenen”, degenerativen Krankheit.
Ist der Stoffwechsel im Auge derart gestört, dass sich Stoffwechselendprodukte, wie beispielsweise Säuren einlagern, löst das eine Art “Alarmsignal” für den Körper aus. Die Säuren sind für den Körper ein Anzeichen dafür, dass in diesem Bereich kein ausreichender Stoffwechsel betrieben wird und sich Abfallprodukte einlagern. Aus diesem Grund lässt der menschliche Körper im betroffenen Auge mehr Adern wachsen, um die entstehenden Abfallprodukte zu minimieren. Die Adern wachsen aus der Aderhaut in die Zellschicht zu den Sehzellen. Zudem entspricht das aus der Not entstehende Adergeflecht nicht der für das Auge benötigten Qualität, was Einblutungen, oder Wassereinlagerungen verursachen kann. Aus diesem Grund wird dieses Krankheitsbild auch “feuchte Makuladegeneration” genannt.

Wie erkennt man eine Makuladegeneration?

Die Makuladegeneration äußert sich in zunehmend schlechterem Sehvermögen. Die trockene Makuladegeneration kann vom Laien nicht erkannt werden. Der Arzt diagnostiziert sie mithilfe eines Koheränztomographs. Dieses “Lasermikroskop” lässt den Spezialisten bis zu 3 mm tief in die Netzhaut sehen, und bildet somit den gesamten Bereich ab.
Die feuchte Makuladegeneration kann mit einem einfachen Test zu Hause selbst diagnostiziert werden. Da sich die Wasser-, oder Bluteinlagerungen, die durch die feuchte Degeneration verursacht werden, in Wellen in der Netzhaut äußern, und sich diese auf das gesehene Bild auswirkt, kann ein einfacher Trick Aufschluss über den Zustand der Augen geben.
Dazu benötigt man nur ein kariertes Blatt Papier. Sieht man die Linien der Kästchen in Wellen, ist das Auge erkrankt (Amsler-Gitter-Test).
Generell sollte jedoch der Augenarzt regelmäßig aufgesucht werden, insbesondere bei einem zunehmend schlechteren Sehvermögen. Fällt der Amsler-Gitter-Test bei einem Patienten positiv aus, sollte derjenige sofort einen Spezialisten benachrichtigen und seine Diagnose überprüfen lassen.

Ursachen für eine Makuladegeneration

Es gibt verschiedene Ursachen für diese Erkrankung. In vielen Fällen ist die Veranlagung für eine Makuladegeneration vererbt. Oft kann auch Übergewicht die Ursache sein, denn ab fünf Kilogramm Übergewicht verdoppelt sich bereits die Wahrscheinlichkeit an einer Makuladegeneration zu erkranken. Außerdem spielt auch die Ernährung eine große Rolle. Die Vitamin- und Spurenelementversorgung des Auges wird durch eine Makuladegeneration verschlechtert, oder gar unterbunden. Im frühen Stadium können Nahrungsergänzungsmittel den Zustand der Augen wenigstens erhalten. Wichtig sind hier vor allem Stoffe, wie ZeaXanthin und Xanthin, die in Karotten (Carotin), aber vor allem in grünem Gemüse enthalten sind. Zusätzlich ist darauf zu achten, ausreichend Selen zu sich zu nehmen. Dieses ist beispielsweise in Vollkornprodukten oder Gemüsesorten wie Brokkoli, Knoblauch oder Pilzen enthalten.

Wer nicht ausreichend auf eine ausgewogene Ernährung achtet, erkrankt schneller an dieser degenerativen Augenkrankheit.

Den größten Schaden jedoch verursacht Nikotinkonsum, auch in geringen Mengen. Regelmäßiges Rauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit an einer Makuladegeneration zu erkranken um 400 %!

Behandlung einer Makuladegeneration

Eine Makuladegeneration ist weder mit Medikamenten, noch durch eine Operation heilbar. Im frühen Stadium können eine Nahrungsumstellung und ein besserer Lebenswandel die Verschlechterung des Sehvermögens stoppen, aber nicht wieder verbessern. Es gibt zudem weitere alternative Therapiemöglichkeit, die Sie im besten Fall mit Ihrem Arzt besprechen. Der feuchten Makuladegeneration kann durch die regelmäßige Injektion entsprechender hormonhemmender Präparate Einhalt geboten werden. Doch einmal kaputtes Gewebe kann auch in diesem Fall nicht gerettet werden.

 

 

Amsler-Gitter-Test

Amsler-Gitter-Test bei Makuladegeneration

Das Amsler-Gitter ist ein einfacher Funktionstest der zentralen Gesichtsfeldareale. Der leicht durchzuführende Selbsttest liefert erste Hinweise auf altersbedingte Makuladegeneration oder andere entzündliche oder degenerative Prozesse in der Netzhautmitte.

Durchführung:

Ein Auge wird mit der flachen Hand vollständig abgedeckt. Aus einer Distanz von etwa 40 bis 50 cm wird der Punkt in der Mitte des Rastergitters mit der Lesebrille fixiert. Danach erfolgt der Sehtest des anderen Auges unter gleichen Bedingungen.

Bei entsprechenden Befunden werden Sie scheinbare Löcher im Raster oder dunkle Stellen im Gittermuster bemerken können, ggf. auch Wellen oder Verkrümmungen der Rasterlinien. Solche Wahrnehmungen sollten stets zu einer baldigen augenärztlichen Kontrolle führen. Aber auch eine vollkommen normale Darstellung des Amsler-Gitters schließt zentrale, schon gar nicht periphere, Gesichtsfelddefekte nicht gänzlich aus.

Amsler-Gitter-Test